Chronik

Tabellarische Chronik

15.02.1947 Gründung der SSV Wellesweiler im Gasthaus Ecker
Erster Vorstand:
1.Vorsitzender: Adolf Zimmer   2.Vorsitzender: Hermann Korb
1. Schriftführer: Herbert Albrecht   2. Schriftführer: Fritz Keller
1. Kassierer: Kurt Thräm   2. Kassierer: Robert Knobloch
1. Beisitzer: Karl Molter   2. Beisitzer: Ferdinand Buhles
und die Abteilungsleiter Oskar Wenz (Fussball), Karl EisenbeisJanuar 1948 Gründung der Abteilung Boxen
12.08.1950 Einweihung des Sportplatzes an der Pestalozzi-Schule
1953 Trennung der Turner von der SSV Wellesweiler
1953-54 Mehrere Deutsche Meisterschaften durch die Rundgewichtsriege
1955 Kauf des „Walsheimer Hof“ (Sportheim)
1957 Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft im Rasenkraftsport
Sept. 1957 Gründung Abteilung Schiessen
1964 Gründung der Abteilung Gesang
1969 Aufstieg der Fussballer in die Zweite Amateurliga
1969 Bau des neuen Sportplatzes
1971 Manfred Schorr Deutscher Meister im Halbfliegengewicht
1980 Gründung der Sparte Wandern
30.11.1988 1. Spatenstich an der Sporthalle
1990 Patrick Deutsch Südwestmeister
1991 Einweihung der Sporthalle Wellesweiler
25.09.92 Abstimmung über den Verkauf des Sportheimes
1993 Verkauf des Sportheimes
1993 Entstehung der Sparte Basketball unter der Abt. Handball
1997 Gründung der Abt. Basketball
2006? Auflösung der Abt. Schießen
Mai 2007 1. Spatenstich Rasenplatz der Abt. Fußball

Sport- und Spielvereinigung Wellesweiler
Von Ernst Conrad
Rückblicke sind gewöhnlich eine Gelegenheit, angenehme Erinnerungen aufzufrischen, große Erfolge aufzuzählen und besonderer Menschen zu gedenken. Es wird im Folgenden von all dem die Rede sein,aber der Beginn unseres Rückblicks führt unweigerlich in die Zeit nach dem schrecklichen Krieg mit all ihren Problemen, und das ist keine angenehme Erinnerung. Wie in allen Belangen des täglichen Lebens hatte die Militärregierung Entwicklung eines jeglichen Vereinslebens. Und so ist die Entstehung der „Sport- und Spielvereinigung Wellesweiler“ eigentlich einer Anordnung der damaligen Besatzungsbehörde zuzuschreiben. Nach dem sog. „Omnisportgesetz“ durfte es in Gemeinden unter 10 000 Einwohner nur einen Sportverein geben. (Interessanterweise hat man damals also Wellesweiler noch eine gewisse Eigenständigkeit zugebilligt, denn als Stadtteil von Neunkirchen mit über 30 000 Einwohner, hätte ja
dieses Gesetz dann hier nicht in Anwendung gebracht werden können!) Sinn der Maßnahme war, das Vereinsleben besser unter Aufsicht halten zu können. Zu Generalversammlung mußte beispielsweise die Ortspolizeibehörde verständigt werden. Sie schickte dann immer einen Beamten, der über diese Versammlung ein Protokoll anzufertigen hatte. Kurz und gut: Fußballer, Kraftsportler, Handballer und alle, die sonst eine Sportart betreiben wollten, mußten sich zu einem Verein zusammenschließen. Auch die Turner, denen damals jede turnerische Betätigung strikt verboten war, konnten sich als „Gymnatiktreibenden“ nur in diesem einzigen Verein organisieren. Daß diese von oben verfügte Vereinigung sehr unterschiedlich gewachsener und mit ganz verschiedenen Zielen gefügter Vereine nicht ohne Spannung verlaufen würde, war vorauszusehen und ist ja auch in unserer Erinnerung. Wenn es die SSVW heute noch als einen der wenigen aus dieser Zeit stammenden Vereine mit Abteilungen der verschiedenen Sportarten gibt, so ist das sicher darauf zurückzuführen, daß sich im Laufe der Jahre immer wieder Männer in Wellesweiler gefunden haben, die diese Organisationsform so in ihrer Entwicklung fortgeführt haben, daß man keinen Anlaß fand, sie wieder aufzugeben. Gemessen an den Erfolgen, die erreicht wurden, kann man die Daseinsberechtigung des Großvereins eigentlich kaum noch anzweifeln. Geht man die vergangenen Jahre in ihrem zeitlichen Ablauf durch, so sind einige Daten aufzuführen und einige Tatsachen zu nennen. Im Saal des Gasthauses Ecker fand am 15. Februar 1947 die Versammlung statt, in deren Verlauf die SSVW gegründet wurde.Der erste Vorstand dieses neuen Vereines wurde gewählt und setzte sich wie folgt zusammen:1.Vorsitzender: Adolf Zimmer
2.Vorsitzender: Hermann Korb
1.Schriftführer: Herbert Albrecht
2.Schriftführer: Fritz Keller
1.Kassierer: Kurt Thräm
2.Kassierer: Robert Knobloch
1.Beisitzer: Karl Molter
2.Beisitzer: Ferdinant Buhles
Zum Vorstand zählten auch die Leiter der Abteilungen:
Fußball: Oskar Wenz
Handball u. Sportgymnastik:Karl EisenbeisZu diesen Abteilungen kamen im Laufe der Zeit noch andere dazu, die zum Teil nicht lange Bestand hatten oder auch noch heute wichtige Bestandteile der SSVW darstellen. So sind die Abteilungen für Leichtatletik und Schach über gewisses Anfangsstadium nie heraus gekommen. Handball, Tischtennis, Schießen, Boxen sind dagegen aus dem Vereinsleben nicht mehr hinwegzudenken. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß sich sogar eine Gruppe dem Verein angeschlossen hat, die nicht aktiven Sport betreibt, sondern in der Kaninchenzucht ihre Betätigung sucht. Obwohl die Entwicklung ständig zu einem immer besser organisierten und immer vielseitiger aufgebauten Verein fortschritt, sind Rückschläge natürlich nicht ausgeblieben.
Am 12. August 1950 konnte als Ersatz für den Sportplatz auf dem „Mühlenberg“ der neue Sportplatz an der Pestalozzischule eingeweiht werden. Die Übernahme des Sportplatzes in das Eigentum des Vereins gelang jedoch nicht, weil die Verwaltung der Stadt Neunkirchen nicht zustimmte. Hinzu kam, daß im Laufe des Jahres 1953 die Turner sich von der SSVW trennten. Leider hat diese Tatsache die Verhandlungen wegen der Übereignung des neuen Sportplatzes sehr nachteilig für die SSVW beeinflußt. Es hat keinen Sinn mehr, darüber heute noch ein Klagelied anzustimmen, aber es sollte doch nicht vergessen werden, daß Mitglieder des Vereins und viele andere Bürger aus Wellesweiler erhebliche Mittel aufgebracht haben, diesen Sportplatz zu errichten an einer Stelle, wo sich eine Müllkippe und einige Schrebergärten befanden. Durch Spenden aus der Bevölkerung von Wellesweiler und Eigenmittel des Vereins sind damals etwa 600 000 Franken zusammengekommen. Die Sportplatzplannungskommission stellte ihrerseits einen noch wesentlich höhren Betrag in Aussicht, falls der Platz Vereinseigentum würde oder wenigstens ein langjähriger Pachtvertrag mit der Stadt abgeschlossen werden könnte. Alle Bemühungen, alle Arbeitsleistungen, alle finanziellen Opfer führten nicht zu Erfolg. Es setzte eine krisenreiche Zeit ein, die ihre Beendigung fand, als 1953 der Abteilungsleiter Fußball die Erinnerung eine Meisterschaft gelang. Wenig später erreichte die Kraftsportabteilung mit ihrer Rundgewichtsriege sogar mehrere „Deutsche Meister“- Titel. Ab 1954 wurde mit wenigen Unterbrechungen das Jahresfest der SSVW durchgeführt. . Wesentlichen Anteil daran haben die gleichen Leute, die lange Jahre den Verein geführt haben.